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Eisen- und Stahlerzeugung

Zur Steigerung der Produktionskapazität investierte AMAG Rolling, Spezialist für Aluminium-Walzprodukte, in einen zusätzlichen Blockstoßofen und in ein automatisches Transportsystem für Aluminiumbarren. Die unter beengten Verhältnissen realisierte Konzeptlösung mit zwei Kranen und einem Shuttle stammt von Demag Cranes & Components.

Die Zangen der Krane haben die Barren fest und zugleich sanft im Griff. Dadurch greifen sie die gefrästen Blöcke sicher, ohne deren Oberfläche zu beschädigen. Außer-dem forderte der Betreiber, dass die Krane ihre Lasten sehr präzise positionieren.

Die Produktpalette der AMAG Rolling reicht von Trittblechen, über Folienvorwalzbänder für Verpackungen sowie hochfesten Werkstoffen für Sportausrüstungen bis hin zu Glänzqualitäten für die Herstellung von Reflektoren für Leuchten. Darüberhinaus formt AMAG aus einem Spezial-Blech Aluminiumkugeln für ein Eau de Cologne von Hugo Boss.

Konzeptlösung mit Manipulatorkran und Shuttle

Um der steigenden Nachfrage entsprechen zu können, entschloss sich AMAG Rolling, die Kapazität auszuweiten. Deshalb investierte man in einen Ofen und in ein automatisches Transportsystem, das die Aluminiumbarren vom Lager zum Ofen transportiert und dabei zwei Hallenschiffe durchfährt. Generalunternehmer für die Materialflussanlage war Demag Cranes & Components.

"Eine besondere Herausforderung bestand darin, das Transportsystem unter sehr beengten räumlichen Verhältnissen installieren zu müssen", so Herr Hacksteiner, Produktionsbereichleiter Walzwerk. "Zudem mussten wir die Frage lösen, wie der weite Weg von der Blockadjustagehalle in die Ofenhalle überbrückt werden sollte. Da wir im Walzwerk ohnehin mit Shuttle-Verfahrwagen arbeiten, wurde dieses Prinzip auch für die neue Anlage aufgegriffen."

Letztlich bot Demag eine Konzeptlösung an, in deren Mittelpunkt ein automatischer Manipulatorkran mit einer Tragfähigkeit von 20 Tonnen und einem Spurmittenmaß von 3.7 m sowie ein ebenfalls automatischer Shuttle-Verfahrwagen stehen. Der Manipulatorkran arbeitet mit einem Elektrowindwerk und einer Greifblockzange, die mit zwei elektromechanisch angetriebenen Greifarmpaaren ausgestattet ist und Lasten mit einem Gewicht von bis zu dreizehn Tonnen hebt. Über Frequenzumrichter geregelt erreicht der Kran Fahrgeschwindigkeiten von null bis 60 Meter pro Minute. In das Gesamtkonzept eingebunden ist ein Blockadjustagekran mit einer Drehvorrichtung, ebenfalls von Demag.

Zum Lieferumfang von Demag gehörte außerdem ein Zweiträger-Laufkran, der für Wartungsarbeiten am Ofen eingesetzt wird. Bei diesem über Funk gesteuerten Reparaturkran mit 20 Tonnen Tragfähigkeit und einem Spurmittenmaß von 19 m handelt es sich um einen Standardkran mit einem zusätzlichen 0,5-Tonnen-Hilfshubwerk für Servicearbeiten.

Ablauf ohne Kratzer

Die Barren werden vom Barrenlagerplatz im Freigelände über eine Schleuse in die Halle gefahren, in der Blockfräse gefräst, mit einer integrierten Waage gewogen und dann eingelagert. Aus diesem Pufferlager holt der Blockadjustagekran die gefrästen, zwei bis dreizehn Tonnen schweren Barren und setzt sie mit seiner mechanischen Blockzange auf den Verfahrshuttle. Anfahrhilfen erleichtern dem Kranführer dabei das Ablegen. Die Barren dürfen während des gesamten Handlings nicht beschädigt werden, denn ein Kratzer auf der gefrästen Oberfläche würde die Qualität des Endproduktes verringern. Das gilt auch für den automatischen Bereich.

Auf dem Shuttle, dessen Fahrwerke mit Demag-Radblöcken ausgerüstet sind, werden die Barren hinsichtlich Länge, Breite und Höhe vermessen. Die Blöcke werden mithilfe des Adjustagekrans zentrisch zur Achse des im Ablauf folgenden Manipulatorkrans ausgerichtet. Dann startet der Bediener den Automatikbetrieb. Der Shuttle, ausgestattet mit einem Spurmittenmaß von 4.5 m und einer Tragkraft von dreizehn Tonnen, transportiert den Block vom Hallenschiff A in das Hallenschiff B. Dort wartet bereits der Blockmanipulatorkran in einer definierten Position. Die Steuerung des Shuttles stoppt den Verfahrwagen, basierend auf den ermittelten Maßen des Barrens, genau unter der Greifzange des Manipulatorkrans, die schon auf die Breite des betreffenden Barrens eingestellt ist. Der Manipulatorkran senkt die Zange ab, die den Barren seitlich greift. Dann hebt er den Block in die höchste Stellung, stabilisiert die Pendelbewegungen und bleibt stehen.

Weil danach ein Bereich zu durchfahren ist, in dem sich Personen aufhalten können, wird der Weitertransport manuell geregelt. Über ein Steuerpult, von dem der Bediener die gesamte ma-nuelle Zone einsehen kann, gibt er die Durchfahrt per Knopfdruck frei. Am Ende des manuellen Bereichs bleibt der Kran stehen und wechselt wieder in den Automatikbetrieb. Der Manipulatorkran ist dann schon ganz nahe am Kettenförderer, auf dem er den Barren ablegen soll. Über eine serielle Schnittstelle erhält die Kransteuerung von der Ofensteuerung die Information, ob ein Platz auf dem Kettenförderer frei ist. In dem Fall legt der Kran den Barren in einer definierten Position auf dem Förderer ab, und zwar mit einer Genauigkeit von +/- 50 Millimeter zentrisch und parallel zum Ofen, damit diesen auch die längsten Blöcke durchfahren können. Muss der Kran in einer Warteposition stoppen, geschieht dies ganz knapp über dem Förderer, sodass beim Wiederanfahren Zeit gespart wird.

Investition ohne Risiko

AMAG Rolling entschied sich für Demag Cranes & Components als Lieferanten, weil die Unternehmen schon lange zusammenarbeiten. "Unsere vollste Zufriedenheit im Hinblick auf frühere Anlagen war ausschlaggebend dafür, denn wir wollten kein Risiko eingehen", betont Herr Ibinger Projektleiter Technical Engineering. "Auch wegen des sehr engen Zeitplans für die Inbetriebnahme des Ofens setzten wir auf bewährte Technik. Abgesehen davon stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis. Außerdem haben wir auch beim After-Sales-Service gute Erfahrungen mit Demag gemacht. Ein Anruf genügt und es werden prompt Ersatzteile geliefert oder Reparaturen durchgeführt. Da wir teilweise im Vier-Schicht-Betrieb arbeiten und eine hohe Produktivität anstreben, sind die Zeitfenster für den Service immer sehr eng. Deshalb benötigen wir jemanden, der mit der Situation vor Ort vertraut ist." AMAG Rolling forderte eine Verfügbarkeit von 99 Prozent für die gesamten Krananlagen.Um diese unter den harten Einsatzbedingungen garantieren zu können, hat Demag den Kran in allen Bereichen überdimensioniert. Sollte trotzdem einmal die Automatik ausfallen, lässt sich die ganze Anlage über eine Funkfernsteuerung betreiben. "Die Tatsache, dass ich aus dem Betrieb keine Störungsmeldungen bekomme, unterstreicht, dass wir eine gute Lösung gefunden haben", zieht Herr Ibinger ein Fazit. "Übrigens ging der nächste Kranauftrag wieder an Demag. Auch das zeigt, dass wir mit der Entscheidung für diese Anlage richtig lagen."




 
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